25
Januar
2009
"Das Geheimnis des Buchhändlers" ist eigentlich der dritte Teil aus der Reihe um den Ex-Cop/Buchhändler Cliff Janeway und leider der einzige ins Deutsche übersetzte Teil. Ich schreibe trotzdem mal eine Rezi, vielleicht gewinnt John Dunning ja hier einige Neu-Leser… verdient hätte er es.
Bisher sind im Original fünf Bücher erschienen:
1. Booked to Die
2. The Bookman's Wake
3. The Bookman's Promise -> deutsch: Das Geheimnis des Buchhändlers
4. The Sign of the Book
5. The Bookman's Last Fling
Zum Inhalt (Amazon):
Mit dem ebenso kultivierten wie zupackenden Cliff Janeway ist John Dunning eine Figur gelungen, die in den USA Kultstatus hat: der Bücherliebhaber als Detektiv, die Welt der Bibliophilen als Ort des Verbrechens. Der ehemalige Polizist Cliff Janeway versucht sein Glück als Buchhändler. Doch sein vermeintlich größter Coup bringt ihn in tödliche Gefahr: Kaum hat er ein seltenes Buch des legendären Forschers und Weltensammlers Richard Burton erworben, erhebt eine alte Dame Ansprüche auf diese bibliophile Kostbarkeit - und setzt eine Reihe spektakulärer Verwicklungen in Gang: Eine Frau wird ermordet, Janeway selbst gerät ins Fadenkreuz von skrupellosen Bücherdieben, und obendrein scheint die schöne Erin, in die er sich verliebt hat, auf der falschen Seite zu stehen. Janeway hat keine Wahl: Er muß auf eigene Faust ermitteln.
Zum Autor:
John Dunning ist Jahrgang 1942 und hat bis 1970 als Journalist gearbeitet. Er fing dann an, Bücher zu schreiben, hat damit aber aufgrund von Ärgern mit dem Verlag wieder aufgehört und einen Buchladen für gebrauchte Bücher aufgemacht (wie sein Held, Cliff Janeway). 1992 ist er dann wieder schwach geworden und hat den ersten Teil mit Cliff Janeway geschrieben, "Booked to Die". Er lebt heute mit seiner Frau in Denver.
Meine Meinung:
Ich denke, die wichtigste Frage die es zu beantworten gilt, ist, ob es dem Leser möglich ist, in die Geschichte des dritten Teils einzusteigen, ohne Teil 1 und 2 gelesen zu haben. Ich denke ja.
Meine Taschenbuchausgabe des ersten Teils hat tolles Vorwort des Autors, in welchem er erklärt, wie in den 80er Jahren (im Zeitalter vor dem Internet) der Markt für gebrauchte Bücher "funktioniert" und es wird im ersten Teil auch erklärt, warum Cliff Janeway seinen Job als Polizist an den Nagel hängt und sein Glück als "Bookman" versucht.
Aber auch im dritten Teil wird dies kurz erläutert, so dass auch der Neueinsteiger gut mitkommt.
Janeway ist ein sympathischer, wenn auch nicht perfekter Held: Er kombiniert seine Buchhändler-Persönlichkeit mit der Persönlichkeit des knallharten Ex-Cops, um sich den ultimativen Traum eines jeden Buchsammlers zu erfüllen: Die unentdeckte handgeschriebene Ausgabe eines berühmten Autors.
"Das Geheimnis des Buchhändlers" ist einerseits ein Paradies für Buchliebhaber, voll mit dem unzweifelhaftem Wissen des Autors über staubige Bücherhöhlen und Sammler-Fakten und andererseits Paradies für Fans von Geheimnissen, die dank der Detektivarbeit auch über einen Zeitraum von einem Jahrhundert nicht verborgen bleiben.
Für mich hat diese Reihe alles, was meine Lieblingsbücher haben müssen: Einen sympathischen aber nicht perfekten Helden… wenn es dann noch um Bücher geht, umso besser… wenn es dann noch ein Krimi ist, dann ist es fast perfekt… und wenn es dann noch hin und wieder humorvoll ist, dann vergebe ich 10 Punkte.
Bisher sind im Original fünf Bücher erschienen:
1. Booked to Die
2. The Bookman's Wake
3. The Bookman's Promise -> deutsch: Das Geheimnis des Buchhändlers
4. The Sign of the Book
5. The Bookman's Last Fling
Zum Inhalt (Amazon):
Mit dem ebenso kultivierten wie zupackenden Cliff Janeway ist John Dunning eine Figur gelungen, die in den USA Kultstatus hat: der Bücherliebhaber als Detektiv, die Welt der Bibliophilen als Ort des Verbrechens. Der ehemalige Polizist Cliff Janeway versucht sein Glück als Buchhändler. Doch sein vermeintlich größter Coup bringt ihn in tödliche Gefahr: Kaum hat er ein seltenes Buch des legendären Forschers und Weltensammlers Richard Burton erworben, erhebt eine alte Dame Ansprüche auf diese bibliophile Kostbarkeit - und setzt eine Reihe spektakulärer Verwicklungen in Gang: Eine Frau wird ermordet, Janeway selbst gerät ins Fadenkreuz von skrupellosen Bücherdieben, und obendrein scheint die schöne Erin, in die er sich verliebt hat, auf der falschen Seite zu stehen. Janeway hat keine Wahl: Er muß auf eigene Faust ermitteln.
Zum Autor:
John Dunning ist Jahrgang 1942 und hat bis 1970 als Journalist gearbeitet. Er fing dann an, Bücher zu schreiben, hat damit aber aufgrund von Ärgern mit dem Verlag wieder aufgehört und einen Buchladen für gebrauchte Bücher aufgemacht (wie sein Held, Cliff Janeway). 1992 ist er dann wieder schwach geworden und hat den ersten Teil mit Cliff Janeway geschrieben, "Booked to Die". Er lebt heute mit seiner Frau in Denver.
Meine Meinung:
Ich denke, die wichtigste Frage die es zu beantworten gilt, ist, ob es dem Leser möglich ist, in die Geschichte des dritten Teils einzusteigen, ohne Teil 1 und 2 gelesen zu haben. Ich denke ja.
Meine Taschenbuchausgabe des ersten Teils hat tolles Vorwort des Autors, in welchem er erklärt, wie in den 80er Jahren (im Zeitalter vor dem Internet) der Markt für gebrauchte Bücher "funktioniert" und es wird im ersten Teil auch erklärt, warum Cliff Janeway seinen Job als Polizist an den Nagel hängt und sein Glück als "Bookman" versucht.
Aber auch im dritten Teil wird dies kurz erläutert, so dass auch der Neueinsteiger gut mitkommt.
Janeway ist ein sympathischer, wenn auch nicht perfekter Held: Er kombiniert seine Buchhändler-Persönlichkeit mit der Persönlichkeit des knallharten Ex-Cops, um sich den ultimativen Traum eines jeden Buchsammlers zu erfüllen: Die unentdeckte handgeschriebene Ausgabe eines berühmten Autors.
"Das Geheimnis des Buchhändlers" ist einerseits ein Paradies für Buchliebhaber, voll mit dem unzweifelhaftem Wissen des Autors über staubige Bücherhöhlen und Sammler-Fakten und andererseits Paradies für Fans von Geheimnissen, die dank der Detektivarbeit auch über einen Zeitraum von einem Jahrhundert nicht verborgen bleiben.
Für mich hat diese Reihe alles, was meine Lieblingsbücher haben müssen: Einen sympathischen aber nicht perfekten Helden… wenn es dann noch um Bücher geht, umso besser… wenn es dann noch ein Krimi ist, dann ist es fast perfekt… und wenn es dann noch hin und wieder humorvoll ist, dann vergebe ich 10 Punkte.
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28
Dezember
2008
Der Inhalt ist schnell erzählt: Neun (See-) Männer auf einem Frachtschiff, auf dem Weg von Island nach Surinam und ein Haufen Geheimnisse.
Dies ist das erste vom Autor ins Deutsche übersetzte Buch, in seiner isländischen Heimat hat er bereits sieben Bücher veröffentlich. Für das Buch "Das Schiff" hat er einen isländischen Krimipreis gewonnen, wobei es sich m.E. eigentlich gar nicht um einen Krimi handelt. Eigentlich passt die Geschichte in kein Genre so richtig.
Meinen Geschmack hat das Buch nicht getroffen. Wenn es ein Krimi ist, dann erwarte ich Spannung und Auflösung, und wenn es kein Krimi ist, dann gefiel es mir trotzdem nicht, weil es eben an Spannung und Auflösung fehlte und dann doch so einen Hang zum Übernatürlichen hatte.
Die nicht vorhandene Auflösung ist für mich *der* Schwachpunkt, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Es wird nicht nur am Schluss nichts aufgelöst, es wird auch mittendrin vieles einfach unaufgelöst stehengelassen… sei es der Piratenüberfall, der praktisch einfach so auf einmal im Raum steht, sei es aber auch die Beziehungen und damit einhergehenden Konflikte der Besatzungsmitglieder untereinander. Was mit den an Land verbliebenen Personen geschieht… auch davon erfährt man nichts mehr.
Die Geschichte fängt recht viel versprechend an, wir lernen die Hauptfiguren und verschiedene kleine Teilhappen der beginnenden Geschichte aus verschiedenen Perspektiven kennen und wir ahnen, dass alles und alle irgendwie zusammenhängen. Naive Leser wie ich haben das Vertrauen in den Autor, dass er am Ende alles schön auflöst. Es fehlt ein bisschen der Sympathieträger in der Geschichte, aber entweder das kommt noch oder es geht auch ohne.
Auch wenn ich die Perspektivwechsel grundsätzlich gelungen fand, waren sie mir doch oft zuuu wiederholend. Da wurden zu viele Fakten einfach wiederholt, ohne dass der Leser aus der neuen Perspektive etwas Neues erfahren hätte.
Nach den ersten Kapiteln, als sich unsere Gefährten endlich auf dem Boot befinden, schleppt sich die Handlung so dahin. Es gibt ein bisschen Sabotage, viel Sturm, es gibt eine Menge durchgeknallter Typen (so dass man sich über die Zusammenballung an Durchgeknalltheit schon wundert), es gibt keinen Sympathieträger und es gibt eine Menge sinnloses Geschwafel. Dann gibt es noch einen Piratenangriff, der durch die momentane Tagesaktualität noch das Beste an der Handlung ist, und am Ende gibt es den abstrusen Versuch der Selbst-Rettung und dann… Nichts.
Fazit: Sowohl Autor als auch Geschichte haben Potential, aber mehr als ein durchschnittliches "ganz ok" mag ich hier nicht vergeben und dies nur für Teile der Geschichte und für das Einfangen der klaustrophobischen Stimmung im Sturm auf See.
Dies ist das erste vom Autor ins Deutsche übersetzte Buch, in seiner isländischen Heimat hat er bereits sieben Bücher veröffentlich. Für das Buch "Das Schiff" hat er einen isländischen Krimipreis gewonnen, wobei es sich m.E. eigentlich gar nicht um einen Krimi handelt. Eigentlich passt die Geschichte in kein Genre so richtig.
Meinen Geschmack hat das Buch nicht getroffen. Wenn es ein Krimi ist, dann erwarte ich Spannung und Auflösung, und wenn es kein Krimi ist, dann gefiel es mir trotzdem nicht, weil es eben an Spannung und Auflösung fehlte und dann doch so einen Hang zum Übernatürlichen hatte.
Die nicht vorhandene Auflösung ist für mich *der* Schwachpunkt, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Es wird nicht nur am Schluss nichts aufgelöst, es wird auch mittendrin vieles einfach unaufgelöst stehengelassen… sei es der Piratenüberfall, der praktisch einfach so auf einmal im Raum steht, sei es aber auch die Beziehungen und damit einhergehenden Konflikte der Besatzungsmitglieder untereinander. Was mit den an Land verbliebenen Personen geschieht… auch davon erfährt man nichts mehr.
Die Geschichte fängt recht viel versprechend an, wir lernen die Hauptfiguren und verschiedene kleine Teilhappen der beginnenden Geschichte aus verschiedenen Perspektiven kennen und wir ahnen, dass alles und alle irgendwie zusammenhängen. Naive Leser wie ich haben das Vertrauen in den Autor, dass er am Ende alles schön auflöst. Es fehlt ein bisschen der Sympathieträger in der Geschichte, aber entweder das kommt noch oder es geht auch ohne.
Auch wenn ich die Perspektivwechsel grundsätzlich gelungen fand, waren sie mir doch oft zuuu wiederholend. Da wurden zu viele Fakten einfach wiederholt, ohne dass der Leser aus der neuen Perspektive etwas Neues erfahren hätte.
Nach den ersten Kapiteln, als sich unsere Gefährten endlich auf dem Boot befinden, schleppt sich die Handlung so dahin. Es gibt ein bisschen Sabotage, viel Sturm, es gibt eine Menge durchgeknallter Typen (so dass man sich über die Zusammenballung an Durchgeknalltheit schon wundert), es gibt keinen Sympathieträger und es gibt eine Menge sinnloses Geschwafel. Dann gibt es noch einen Piratenangriff, der durch die momentane Tagesaktualität noch das Beste an der Handlung ist, und am Ende gibt es den abstrusen Versuch der Selbst-Rettung und dann… Nichts.
Fazit: Sowohl Autor als auch Geschichte haben Potential, aber mehr als ein durchschnittliches "ganz ok" mag ich hier nicht vergeben und dies nur für Teile der Geschichte und für das Einfangen der klaustrophobischen Stimmung im Sturm auf See.
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28
Dezember
2008
Zum Inhalt: Welchen Lauf hätte die Geschichte nehmen können, wenn Lenin nach dem Ersten Weltkrieg nicht nach Russland zurückgekehrt wäre? In seinem neuen Roman erfindet der Schweizer Schriftsteller Christian Kracht einen alternativen Verlauf der Weltgeschichte.
Der Autor ist 42 Jahre alt und Schriftsteller aus der Schweiz.
Spätestens auf S. 46 wollte ich das Buch in die Ecke pfeffern: "Neben ihrer Achselhöhle war eine Steckdose in die Haut eingelassen, wie die Schnauze eines Schweins." Las sich wie eine schlechte Episode von Torchwood.
Ab S. 54, mit Beginn des vierten Kapitels wurde es dann etwas besser (mit den ersten drei Kapiteln wird man ohne Plan in die Handlung geschmissen), man hat etwas über den Ich-Erzähler erfahren, über die Hintergründe der SSR (Schweizer Sowjetrepublik), über die Verbindung der Schweiz mit Afrika, so dass ich das Buch dann zumindest zu Ende gelesen habe. Es waren ja gottseidank nur 149 Seiten.
Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, vielleicht eine Mischung aus Stephen Frys Geschichte machen und Jasper Ffordes Thursday Next Reihe. Vielleicht etwas unterhaltsames, oder zumindest etwas Bewegendes. Dieses Buch war nichts davon und warum die FAZ schreibt "Endlich: Der große Schweiz-Roman!" ist mir ein Rätsel.
Mir kam es teilweise vor, als seien wir noch in der Recherchephase des Autors und der Verlag hätte aus Versehen alle seine Post-its mit seinen Notizen zu früh zu einem Buch zusammengetackert.
Es gibt einige tolle Ideen, die Welt ganz anders zu betrachten, sich ganz anders entwickeln zu lassen nach dem 1. Weltkrieg (z.B. gibt es keine Bücher mehr, nur noch gesprochene Sprache), die aber leider überhaupt nicht entwickelt wurden. So richtig funktionierte für mich auch nicht die Vermischung von allemöglichem, Historie mit Fantasy-Elementen (ich sag' nur Zwerge), es gibt Sci-Fi-Elemente (s. o.g. Frau mit der Steckdose), es hat was apokalyptisches, wenn der Held durch die eiskalte, verschneite Schweiz reitet, es hat was gesellschaftskritisches, wenn man das Leben in der Felsburg Reduit betrachtet (und auch irgendwas von Herr der Ringe und der Schlacht in Helm's Deep), aber es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Keine Idee wird vollständig entwickelt. Und erklärt. Alleine für die unerklärten Wörter hätte es noch gut und gerne fünf Seiten Anhang gebraucht, ob es Schweizerdeutsch ist oder Erfindungen des Autors… ich hatte dann keine Lust mehr, dass zu recherchieren.
Wikipedia klärt mich über den Titel des Buches auf, eine Zeile aus dem Lied Danny-Boy: 'Tis I'll be here in sunshine or in shadow.
Fazit: Ich war enttäuscht, hatte mir sehr viel mehr erwartet, auf der Schulnotenskala eine 4,5 für teilweise sehr schöne klare Sprache, die nur leider keine Geschichte erzählt.
Der Autor ist 42 Jahre alt und Schriftsteller aus der Schweiz.
Spätestens auf S. 46 wollte ich das Buch in die Ecke pfeffern: "Neben ihrer Achselhöhle war eine Steckdose in die Haut eingelassen, wie die Schnauze eines Schweins." Las sich wie eine schlechte Episode von Torchwood.
Ab S. 54, mit Beginn des vierten Kapitels wurde es dann etwas besser (mit den ersten drei Kapiteln wird man ohne Plan in die Handlung geschmissen), man hat etwas über den Ich-Erzähler erfahren, über die Hintergründe der SSR (Schweizer Sowjetrepublik), über die Verbindung der Schweiz mit Afrika, so dass ich das Buch dann zumindest zu Ende gelesen habe. Es waren ja gottseidank nur 149 Seiten.
Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, vielleicht eine Mischung aus Stephen Frys Geschichte machen und Jasper Ffordes Thursday Next Reihe. Vielleicht etwas unterhaltsames, oder zumindest etwas Bewegendes. Dieses Buch war nichts davon und warum die FAZ schreibt "Endlich: Der große Schweiz-Roman!" ist mir ein Rätsel.
Mir kam es teilweise vor, als seien wir noch in der Recherchephase des Autors und der Verlag hätte aus Versehen alle seine Post-its mit seinen Notizen zu früh zu einem Buch zusammengetackert.
Es gibt einige tolle Ideen, die Welt ganz anders zu betrachten, sich ganz anders entwickeln zu lassen nach dem 1. Weltkrieg (z.B. gibt es keine Bücher mehr, nur noch gesprochene Sprache), die aber leider überhaupt nicht entwickelt wurden. So richtig funktionierte für mich auch nicht die Vermischung von allemöglichem, Historie mit Fantasy-Elementen (ich sag' nur Zwerge), es gibt Sci-Fi-Elemente (s. o.g. Frau mit der Steckdose), es hat was apokalyptisches, wenn der Held durch die eiskalte, verschneite Schweiz reitet, es hat was gesellschaftskritisches, wenn man das Leben in der Felsburg Reduit betrachtet (und auch irgendwas von Herr der Ringe und der Schlacht in Helm's Deep), aber es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Keine Idee wird vollständig entwickelt. Und erklärt. Alleine für die unerklärten Wörter hätte es noch gut und gerne fünf Seiten Anhang gebraucht, ob es Schweizerdeutsch ist oder Erfindungen des Autors… ich hatte dann keine Lust mehr, dass zu recherchieren.
Wikipedia klärt mich über den Titel des Buches auf, eine Zeile aus dem Lied Danny-Boy: 'Tis I'll be here in sunshine or in shadow.
Fazit: Ich war enttäuscht, hatte mir sehr viel mehr erwartet, auf der Schulnotenskala eine 4,5 für teilweise sehr schöne klare Sprache, die nur leider keine Geschichte erzählt.
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28
Dezember
2008
Zu Beginn hatte ich natürlich Große Erwartungen und das Warten auf dieses Buch hatte was vom Warten auf das Christkind als Vierjährige: Die Zeit bis zur Bescherung verging erst gar nicht und dann war sie viel zu schnell wieder vorbei.
Wenn ich jetzt wieder so lange auf ein neues Buch von CRZ warten muss...also, dass halte ich nicht aus Grinsen
Ich bin zweigespalten, was dieses Buch angeht. Es kommt natürlich nicht an den Vorgänger ran. Vielleicht, weil "Schatten des Windes" so eine Überraschung war und der Leser eben nur Kleine Erwartungen hatte...ich weiß es nicht.
An "Das Spiel des Engels" mochte ich:
- dass es wieder in Barcelona spielt (nicht auszudenken, CRZ hätte seine neue Heimat L.A. zum Schauplatz des Romans gemacht Yikes )
- dass es im *alten* Barcelona spielt und CRZ uns wieder detailliert durch die Stadt führt
- mir war nie langweilig beim Lesen
- dass die Semperes wieder mit dabei waren (wenn auch eine andere Generation).
Was ich nicht mochte:
- mir hat sich lange, vielleicht sogar bis zum Schluss, nicht erschlossen, um was es überhaupt geht
- viele Figuren blieben blass und/oder die Motivation ihres Handelns unklar, z.B. Cristina; mir ist sie nicht ans Herz gewachsen und ich konnte die Liebe Davids zu ihr nicht nachvollziehen
- das große Sterben und niemand wurde am Ende wirklich glücklich (außer vielleicht - für eine kurze Zeit - Isabella mit Sempere jr.).
- das Ende: Ich hatte dann doch das ganze Buch über gehofft, dass sich die Geschichte des Engels und dieser "Kram mit den Untoten" sinnvoll und einleuchtend auflöst und erklärt und die ganze Geschichte einen Sinn macht.
Fazit für mich: CRZ kann toll schreiben, keine Frage. Aber die Geschichte an sich hätte etwas mehr gebraucht, mehr Sinn, mehr Auflösung...ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich das Buch total unbefriedigt zugeklappt habe, als ich die letzte Seite gelesen hatte.
Wenn ich jetzt wieder so lange auf ein neues Buch von CRZ warten muss...also, dass halte ich nicht aus Grinsen
Ich bin zweigespalten, was dieses Buch angeht. Es kommt natürlich nicht an den Vorgänger ran. Vielleicht, weil "Schatten des Windes" so eine Überraschung war und der Leser eben nur Kleine Erwartungen hatte...ich weiß es nicht.
An "Das Spiel des Engels" mochte ich:
- dass es wieder in Barcelona spielt (nicht auszudenken, CRZ hätte seine neue Heimat L.A. zum Schauplatz des Romans gemacht Yikes )
- dass es im *alten* Barcelona spielt und CRZ uns wieder detailliert durch die Stadt führt
- mir war nie langweilig beim Lesen
- dass die Semperes wieder mit dabei waren (wenn auch eine andere Generation).
Was ich nicht mochte:
- mir hat sich lange, vielleicht sogar bis zum Schluss, nicht erschlossen, um was es überhaupt geht
- viele Figuren blieben blass und/oder die Motivation ihres Handelns unklar, z.B. Cristina; mir ist sie nicht ans Herz gewachsen und ich konnte die Liebe Davids zu ihr nicht nachvollziehen
- das große Sterben und niemand wurde am Ende wirklich glücklich (außer vielleicht - für eine kurze Zeit - Isabella mit Sempere jr.).
- das Ende: Ich hatte dann doch das ganze Buch über gehofft, dass sich die Geschichte des Engels und dieser "Kram mit den Untoten" sinnvoll und einleuchtend auflöst und erklärt und die ganze Geschichte einen Sinn macht.
Fazit für mich: CRZ kann toll schreiben, keine Frage. Aber die Geschichte an sich hätte etwas mehr gebraucht, mehr Sinn, mehr Auflösung...ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich das Buch total unbefriedigt zugeklappt habe, als ich die letzte Seite gelesen hatte.
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28
Dezember
2008
Zum Inhalt (Amazon):
Drei junge Leichtathleten stehen ungebeten vor dem Trainer Harlan Brown und wollen von ihm trainiert werden: Patricia Nell Warrens Der Langstreckenläufer lässt von Anfang an keinen Zweifel, dass die drei Sportler schwul sind, deshalb an ihrer Elite-Uni in Schwierigkeiten kamen und nun einen neuen Trainer suchen. Warum aber an einem kleinen, unbedeutenden College und warum Harlan Brown? Die Jungs wissen oder besser ahnen etwas, was der Leser erst allmählich in Rückblenden und aus der Perspektive des Trainers erfährt: auch er ist schwul und genau deshalb hat es ihn an dieses unauffällige College verschlagen, wo er sich sicher wähnt vor einer Öffentlichkeit, die ihm schon einmal sehr zusetzte und die ihm im Verlauf der Romanhandlung noch weitaus mehr zusetzen wird.
Der Roman spielt in der Zukunft: veröffentlicht 1974 findet die Haupthandlung ein bis zwei Jahre später statt und kulminiert in der Olympiade in Montreal 1976. Zwei Generationen treffen aufeinander: Harlan entstammt einer Generation, für die Homosexualität noch mit allem besetzt war, was Medizin, Psychologie, Rechtsprechung, Religion und Medien an Stigmatisierung und Pathologisierung bereitstellten. Dementsprechend quält sich Harlan mit Versteckspielen, geht lieber als S/M-Superhengst auf den Strich als sich auf eine emotionale Beziehung zu einem Mann einzulassen. Dieses Versteckspiel kostet ihn auch fast die Erfahrung der großen Liebe -- in Gestalt von Billy, dem begabtesten der drei jungen Läufer, die alle schon vom Geist der Stonewall-Ära geprägt sind, ihre Gefühle zeigen, sich das Recht auf Liebe nehmen und sich nicht um die herrschende öffentliche Meinung scheren.
Es kommt, wie es kommen muss, bei einem der schönsten Liebesromane der schwulen Literaturgeschichte: Harlan und Billy erleben die ganz große Liebe. Und sie brechen gleich mehrere Tabus: ein älterer Mann und Lehrer liebt den jüngeren Schüler. Aber für die Öffentlichkeit noch unverzeihlicher ist, dass dieser offen schwule Sportler seine Nation bei Olympischen Spielen vertreten soll. Patricia Nell Warren nimmt hier faktische Fragmente und verbindet sie zu einer atemberaubenden und herzzerreißenden Story, die auch heute nichts von ihrer Wirksamkeit verloren hat.
Die Autorin:
Patricial Nell Warren wurde 1936 geboren und ist selbst Langstreckenläuferin. Heute lebt sie in Kalifornien. 1974 veröffentlicht, war "The Front Runner" die erste schwule Liebesgeschichte, die es auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat.
Meine Meinung:
Auch wenn das Buch schon 34 Jahre "alt" ist, hat es erstens kaum etwas von seiner Aktualität verloren (vermutlich noch weniger in den USA als hier in Europa) noch hat es zweitens seinen Charme als universelle Liebesgeschichte verloren.
Mir selber steht nichts ferner als Laufen (außer, ich muss mal zum Briefkasten oder in den Buchladen gehen Grinsen ) und auch wenn es der Geschichte schon sehr ausführlich um eben das Langstreckenlaufen geht, wird es nie zuviel; im Gegenteil, ich fand das alles sehr interessant. Und bei den nächsten olympischen Spielen, wenn ich dann so blasse Läufer ins Ziel stürzen sehen, weiß ich, dass das die Leber ist.
Über die zwei Hauptfiguren - Billy und Harlan – und deren Liebesgeschichte muss man nicht viel sagen: einfach schön und auch erotisch und leidenschaftlich, ohne sonderlich graphisch zu werden. Die Figuren sind mit ihren Zweifeln, ihrer Freude und ihrem "Herzschmerz" überzeugend geschrieben.
Rundum gelungen, ich gebe volle Punktzahl.
Ich habe die US-Ausgabe anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Buches gelesen, mit Vorwort des Verlegers und der Autorin. Und natürlich finde ich den Originaltitel besser, im Begriff "front runner" steckt einfach mehr drin… der Langstreckenläufer, aber auch der Vorreiter… bezogen auf das coming out eines Sportler und auch der Art, wie Billy sein Langstrecken läuft… nämlich immer vorneweg. Der deutsche Titel wird dem nicht gerecht und ich mag auch nicht, dass dort ein Typ auf dem Cover ist, mir wird da zu sehr das Aussehen des Helden vorgeschrieben.
Drei junge Leichtathleten stehen ungebeten vor dem Trainer Harlan Brown und wollen von ihm trainiert werden: Patricia Nell Warrens Der Langstreckenläufer lässt von Anfang an keinen Zweifel, dass die drei Sportler schwul sind, deshalb an ihrer Elite-Uni in Schwierigkeiten kamen und nun einen neuen Trainer suchen. Warum aber an einem kleinen, unbedeutenden College und warum Harlan Brown? Die Jungs wissen oder besser ahnen etwas, was der Leser erst allmählich in Rückblenden und aus der Perspektive des Trainers erfährt: auch er ist schwul und genau deshalb hat es ihn an dieses unauffällige College verschlagen, wo er sich sicher wähnt vor einer Öffentlichkeit, die ihm schon einmal sehr zusetzte und die ihm im Verlauf der Romanhandlung noch weitaus mehr zusetzen wird.
Der Roman spielt in der Zukunft: veröffentlicht 1974 findet die Haupthandlung ein bis zwei Jahre später statt und kulminiert in der Olympiade in Montreal 1976. Zwei Generationen treffen aufeinander: Harlan entstammt einer Generation, für die Homosexualität noch mit allem besetzt war, was Medizin, Psychologie, Rechtsprechung, Religion und Medien an Stigmatisierung und Pathologisierung bereitstellten. Dementsprechend quält sich Harlan mit Versteckspielen, geht lieber als S/M-Superhengst auf den Strich als sich auf eine emotionale Beziehung zu einem Mann einzulassen. Dieses Versteckspiel kostet ihn auch fast die Erfahrung der großen Liebe -- in Gestalt von Billy, dem begabtesten der drei jungen Läufer, die alle schon vom Geist der Stonewall-Ära geprägt sind, ihre Gefühle zeigen, sich das Recht auf Liebe nehmen und sich nicht um die herrschende öffentliche Meinung scheren.
Es kommt, wie es kommen muss, bei einem der schönsten Liebesromane der schwulen Literaturgeschichte: Harlan und Billy erleben die ganz große Liebe. Und sie brechen gleich mehrere Tabus: ein älterer Mann und Lehrer liebt den jüngeren Schüler. Aber für die Öffentlichkeit noch unverzeihlicher ist, dass dieser offen schwule Sportler seine Nation bei Olympischen Spielen vertreten soll. Patricia Nell Warren nimmt hier faktische Fragmente und verbindet sie zu einer atemberaubenden und herzzerreißenden Story, die auch heute nichts von ihrer Wirksamkeit verloren hat.
Die Autorin:
Patricial Nell Warren wurde 1936 geboren und ist selbst Langstreckenläuferin. Heute lebt sie in Kalifornien. 1974 veröffentlicht, war "The Front Runner" die erste schwule Liebesgeschichte, die es auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat.
Meine Meinung:
Auch wenn das Buch schon 34 Jahre "alt" ist, hat es erstens kaum etwas von seiner Aktualität verloren (vermutlich noch weniger in den USA als hier in Europa) noch hat es zweitens seinen Charme als universelle Liebesgeschichte verloren.
Mir selber steht nichts ferner als Laufen (außer, ich muss mal zum Briefkasten oder in den Buchladen gehen Grinsen ) und auch wenn es der Geschichte schon sehr ausführlich um eben das Langstreckenlaufen geht, wird es nie zuviel; im Gegenteil, ich fand das alles sehr interessant. Und bei den nächsten olympischen Spielen, wenn ich dann so blasse Läufer ins Ziel stürzen sehen, weiß ich, dass das die Leber ist.
Über die zwei Hauptfiguren - Billy und Harlan – und deren Liebesgeschichte muss man nicht viel sagen: einfach schön und auch erotisch und leidenschaftlich, ohne sonderlich graphisch zu werden. Die Figuren sind mit ihren Zweifeln, ihrer Freude und ihrem "Herzschmerz" überzeugend geschrieben.
Rundum gelungen, ich gebe volle Punktzahl.
Ich habe die US-Ausgabe anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Buches gelesen, mit Vorwort des Verlegers und der Autorin. Und natürlich finde ich den Originaltitel besser, im Begriff "front runner" steckt einfach mehr drin… der Langstreckenläufer, aber auch der Vorreiter… bezogen auf das coming out eines Sportler und auch der Art, wie Billy sein Langstrecken läuft… nämlich immer vorneweg. Der deutsche Titel wird dem nicht gerecht und ich mag auch nicht, dass dort ein Typ auf dem Cover ist, mir wird da zu sehr das Aussehen des Helden vorgeschrieben.
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28
Dezember
2008
Zum Inhalt (Amazon):
» Ich möchte meine Geschichte erzählen - die Geschichte von Zwaan und mir und von Bet und mir und von der Kälte und dem Wintereis in Amsterdam und vom Tauwetter, das allem ein Ende machte. Wie fängt man eine Geschichte an? Ich fange einfach mal mit etwas an «
Februar, 1947. In Amsterdam herrscht großer Frost, die Grachten sind zugefroren. Der 12-jährige Thomas lernt den gleichaltrigen Zwaan und dessen schöne Kusine Bet kennen. Vielleicht bleibt es ewig Winter, sagt Zwaan. Aber es könnte auch jeden Tag tauen. Dasselbe gilt, so kurz nach Kriegsende, auch für die Gefühle. Jeder der drei vermisst jemanden; die Mutter, den Vater und Zwaan sogar beide Eltern, die nicht aus dem Osten zurückkamen.Thomas verliebt sich in die zwei Jahre ältere Bet. Und Zwaan vertraut ihm an, dass er Jude ist und während der deutschen Besatzung in einem Versteck gelebt hat. Und so helfen sich die drei Freunde gegenseitig, das »Wintereis« zum Tauen zu bringen. Eine Geschichte, die von schwierigen Zeiten erzählt, von Kindern, die gelernt haben, niemals ihre Gefühle zu zeigen, und die doch so voller Kraft und Hoffnung sind, wie es nur Kinder vermögen.
Zum Autor (Klappentext):
Peter van Gestel, geb. 1937 in Amsterdam, arbeitet als Autor und Dramaturg für Rundfunk und Fernsehen und schreibt seit Ende der 70-er Jahre Romane für Kinder. Er lebt in Amsterdam.
Meine Meinung:
Ich bin eher durch Zufall bei Amazon über dieses Buch gestolpert und mir gefiel die Geschichte. Man merkt beim Lesen sehr, dass es ein Kinderbuch ist. Es ist einfach geschrieben, was aber meiner Begeisterung für die Geschichte und für das Buch keinen Abbruch tut.
Die Geschichte und die Figuren sind von Anfang bis Ende stimmig. Man erfährt einiges über die Nachkriegszeit in den Niederlanden, ohne davon überwältigt zu werden und alle Figuren sind selbst in ihrer vielleicht teilweisen Schrulligkeit charmant.
Die Übersetzerin Mirjam Pressler hat ein schönes Nachwort zu dem Buch geschrieben, aus dem ich einige Passagen klauen möchte, weil ich es eh nicht besser sagen könnte:
"Thomas, der Ich-Erzähler, ist...geistreich, schlagfertig, nachdenklich, anrührend und mit einer großen Ausdrucksfähigkeit, auch wenn er sich nicht immer sehr vornehm ausdrückt".
Gerade diese Ausdrucksfähigkeit an Thomas mochte ich sehr, manchmal war sie richtiggehend lustig, aber nie so, dass man sich dachte, so redet oder denkt doch kein Zwölfjähriger.
Weiter Mirjam Pressler:
"Van Gestel gelingt es, durch sparsame und beiläufige Informationen vom Schicksal der niederländischen Juden zu erzählen... Auf die Kernfrage, warum den Juden das alles geschehen ist, erklärt zum Beispiel der frühreife Zwaan: "Sie sind ermordet worden, wiel sie mehr als zwei jüdische Großeltern hatten." Und seine Erklärung für den Hass eines unangenehmen Jungen aus ihrer Klasse ist: "Er hat, glaube ich, mehr als zwei Großeltern, die Juden hassen."
In den Dialogen liegt van Gestels ganzes Können als Erzähler. Sie sind lebendig und genau formuliert, manchmal heiter, aber oft auch widerborstig und etwas schräg, wie eben schwierige Gespräche sein können..."
Ein großartiges Jugendbuch, volle Punktzahl.
» Ich möchte meine Geschichte erzählen - die Geschichte von Zwaan und mir und von Bet und mir und von der Kälte und dem Wintereis in Amsterdam und vom Tauwetter, das allem ein Ende machte. Wie fängt man eine Geschichte an? Ich fange einfach mal mit etwas an «
Februar, 1947. In Amsterdam herrscht großer Frost, die Grachten sind zugefroren. Der 12-jährige Thomas lernt den gleichaltrigen Zwaan und dessen schöne Kusine Bet kennen. Vielleicht bleibt es ewig Winter, sagt Zwaan. Aber es könnte auch jeden Tag tauen. Dasselbe gilt, so kurz nach Kriegsende, auch für die Gefühle. Jeder der drei vermisst jemanden; die Mutter, den Vater und Zwaan sogar beide Eltern, die nicht aus dem Osten zurückkamen.Thomas verliebt sich in die zwei Jahre ältere Bet. Und Zwaan vertraut ihm an, dass er Jude ist und während der deutschen Besatzung in einem Versteck gelebt hat. Und so helfen sich die drei Freunde gegenseitig, das »Wintereis« zum Tauen zu bringen. Eine Geschichte, die von schwierigen Zeiten erzählt, von Kindern, die gelernt haben, niemals ihre Gefühle zu zeigen, und die doch so voller Kraft und Hoffnung sind, wie es nur Kinder vermögen.
Zum Autor (Klappentext):
Peter van Gestel, geb. 1937 in Amsterdam, arbeitet als Autor und Dramaturg für Rundfunk und Fernsehen und schreibt seit Ende der 70-er Jahre Romane für Kinder. Er lebt in Amsterdam.
Meine Meinung:
Ich bin eher durch Zufall bei Amazon über dieses Buch gestolpert und mir gefiel die Geschichte. Man merkt beim Lesen sehr, dass es ein Kinderbuch ist. Es ist einfach geschrieben, was aber meiner Begeisterung für die Geschichte und für das Buch keinen Abbruch tut.
Die Geschichte und die Figuren sind von Anfang bis Ende stimmig. Man erfährt einiges über die Nachkriegszeit in den Niederlanden, ohne davon überwältigt zu werden und alle Figuren sind selbst in ihrer vielleicht teilweisen Schrulligkeit charmant.
Die Übersetzerin Mirjam Pressler hat ein schönes Nachwort zu dem Buch geschrieben, aus dem ich einige Passagen klauen möchte, weil ich es eh nicht besser sagen könnte:
"Thomas, der Ich-Erzähler, ist...geistreich, schlagfertig, nachdenklich, anrührend und mit einer großen Ausdrucksfähigkeit, auch wenn er sich nicht immer sehr vornehm ausdrückt".
Gerade diese Ausdrucksfähigkeit an Thomas mochte ich sehr, manchmal war sie richtiggehend lustig, aber nie so, dass man sich dachte, so redet oder denkt doch kein Zwölfjähriger.
Weiter Mirjam Pressler:
"Van Gestel gelingt es, durch sparsame und beiläufige Informationen vom Schicksal der niederländischen Juden zu erzählen... Auf die Kernfrage, warum den Juden das alles geschehen ist, erklärt zum Beispiel der frühreife Zwaan: "Sie sind ermordet worden, wiel sie mehr als zwei jüdische Großeltern hatten." Und seine Erklärung für den Hass eines unangenehmen Jungen aus ihrer Klasse ist: "Er hat, glaube ich, mehr als zwei Großeltern, die Juden hassen."
In den Dialogen liegt van Gestels ganzes Können als Erzähler. Sie sind lebendig und genau formuliert, manchmal heiter, aber oft auch widerborstig und etwas schräg, wie eben schwierige Gespräche sein können..."
Ein großartiges Jugendbuch, volle Punktzahl.
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28
Dezember
2008
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Thomas Mohr. Was ist dran am Buch der Bücher? A. J. Jacobs hat sich entschlossen, der Bibel in einem Selbstversuch auf den Grund zu gehen. Ein Jahr lang will er die biblischen Gesetze so getreu wie möglich befolgen. Er lässt sich einen Bart wachsen, begrüßt den Beginn eines neuen Monats mit einer Widderhorn-Fanfare und versucht, im Central Park Ehebrecher mit Kieseln zu steinigen. Seine Frau Julie ist keineswegs begeistert, aber Jacobs lässt sich nicht beirren. Er trifft fundamentalistische Christen, tanzt mit chassidischen Juden und reist nach Israel. Die letzten Monate sind dem Neuen Testament gewidmet. Trotz vieler merkwürdiger Begegnungen und scheinbar absurder Gesetze versteht A.J. Jacobs allmählich, welcher Sinn hinter dem Buch der Bücher steht. Am Ende des biblischen Jahres ist er zwar nicht gläubig, aber auf jeden Fall klüger: Er ist ein toleranterer Mensch geworden, der sich und anderen mehr Respekt entgegenbringt.
Der Autor ist Jahrgang 1968 und als lebt als Journalist und Buchautor in New York City.
Meine Meinung
Aus A.J. wird für ein Jahr der bibeltreue Jacob und wir bekommen hier die Gelegenheit, seinen tagebuchähnlichen Bericht darüber zu lesen.
Wer sich etwas lustiges erwartet, wird enttäuscht. Denn lustig sind nur wenige Momente.
Wer kritischen Umgang z.B. insbesondere mit der religiösen Rechten in den USA erwartet, wird enttäuscht.
Die Systematik des Buches ist folgende: Pro Monat nimmt sich Jacob ein "Thema", ein biblisches Gebot vor, welchem er besonderen Augenmerk verleihen möchte. In der Regel sind dies die in in unserer heutigen Zeit eher schwer umzusetzenden Gebote, z.B. das Steinigen von Ehebrechern. Jacob holt sich Rat bei religiösen Menschen, die er um sich als Art Berater versammelt hat und er besucht religiöse Gruppen, die sich mit dem Thema des Monats beschäftigen.
Aber bei all diesem bleibt er komplett unverbindlich. Er kritisiert nie wirklich, selbst sein Besucht bei Falwell bleibt nahezu unreflektiert. Er bezieht nie wirklich Stellung, nicht für die Schwulen wenn er die schwule Bibelgruppe besucht, aber auch nicht dagegen. Mir hat das nicht gereicht, vielleicht hatte ich mir mehr Kritik erwartet.
Am Ende meiner englischen Ausgabe ist ein Interview mit A.J. abgedruckt, aus dem ich eine Sache zitieren möchte:
Frage: What kind of reaction have you received from readers, both secular and religious?
A.J.: I've been surprised. I actually expected the book to be somewhat controversial, because it deals with such a divisive issue - religion. But so far, I've experienced very little controversy.
Ich bin nicht überrascht, dass das Buch nicht kontrovers aufgenommen wird, dafür bietet es (leider?) keinerlei Grundlage.
Fazit: Ich fand das Buch nicht komplett grottenschlecht, eher enttäuschend. Einiges war recht interessant und zumindest mein englisches Bibel-Vokabular hat sich enorm erweitert.
Aus dem Amerikanischen von Thomas Mohr. Was ist dran am Buch der Bücher? A. J. Jacobs hat sich entschlossen, der Bibel in einem Selbstversuch auf den Grund zu gehen. Ein Jahr lang will er die biblischen Gesetze so getreu wie möglich befolgen. Er lässt sich einen Bart wachsen, begrüßt den Beginn eines neuen Monats mit einer Widderhorn-Fanfare und versucht, im Central Park Ehebrecher mit Kieseln zu steinigen. Seine Frau Julie ist keineswegs begeistert, aber Jacobs lässt sich nicht beirren. Er trifft fundamentalistische Christen, tanzt mit chassidischen Juden und reist nach Israel. Die letzten Monate sind dem Neuen Testament gewidmet. Trotz vieler merkwürdiger Begegnungen und scheinbar absurder Gesetze versteht A.J. Jacobs allmählich, welcher Sinn hinter dem Buch der Bücher steht. Am Ende des biblischen Jahres ist er zwar nicht gläubig, aber auf jeden Fall klüger: Er ist ein toleranterer Mensch geworden, der sich und anderen mehr Respekt entgegenbringt.
Der Autor ist Jahrgang 1968 und als lebt als Journalist und Buchautor in New York City.
Meine Meinung
Aus A.J. wird für ein Jahr der bibeltreue Jacob und wir bekommen hier die Gelegenheit, seinen tagebuchähnlichen Bericht darüber zu lesen.
Wer sich etwas lustiges erwartet, wird enttäuscht. Denn lustig sind nur wenige Momente.
Wer kritischen Umgang z.B. insbesondere mit der religiösen Rechten in den USA erwartet, wird enttäuscht.
Die Systematik des Buches ist folgende: Pro Monat nimmt sich Jacob ein "Thema", ein biblisches Gebot vor, welchem er besonderen Augenmerk verleihen möchte. In der Regel sind dies die in in unserer heutigen Zeit eher schwer umzusetzenden Gebote, z.B. das Steinigen von Ehebrechern. Jacob holt sich Rat bei religiösen Menschen, die er um sich als Art Berater versammelt hat und er besucht religiöse Gruppen, die sich mit dem Thema des Monats beschäftigen.
Aber bei all diesem bleibt er komplett unverbindlich. Er kritisiert nie wirklich, selbst sein Besucht bei Falwell bleibt nahezu unreflektiert. Er bezieht nie wirklich Stellung, nicht für die Schwulen wenn er die schwule Bibelgruppe besucht, aber auch nicht dagegen. Mir hat das nicht gereicht, vielleicht hatte ich mir mehr Kritik erwartet.
Am Ende meiner englischen Ausgabe ist ein Interview mit A.J. abgedruckt, aus dem ich eine Sache zitieren möchte:
Frage: What kind of reaction have you received from readers, both secular and religious?
A.J.: I've been surprised. I actually expected the book to be somewhat controversial, because it deals with such a divisive issue - religion. But so far, I've experienced very little controversy.
Ich bin nicht überrascht, dass das Buch nicht kontrovers aufgenommen wird, dafür bietet es (leider?) keinerlei Grundlage.
Fazit: Ich fand das Buch nicht komplett grottenschlecht, eher enttäuschend. Einiges war recht interessant und zumindest mein englisches Bibel-Vokabular hat sich enorm erweitert.
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29
Oktober
2008
Gleich vorneweg: Für mich ist dieses Buch kein MUSS. Es ist flüssig geschrieben und hat genug Spannungsmomente, so dass ich bis zum Ende durchgehalten habe, aber eines meiner Lieblingsbücher wird es nicht.
Hier und auch zu Beginn der Leserunde wurden einige historischen Fehler bemängelt, mich hat das aber (ausnahmsweise) gar nicht gestört. Das fällt für mich eindeutig unter die "dichterische Freiheit", da ich so oder so nichts was heute über das 12. Jahrhundert geschrieben wird für sehr realitätsnah halte. Ken Folletts Blick in diese Zeit ist für mich kein Tatsachenbericht, sondern Fiktion.
Die Figuren waren sämtlich eindimensional und klischeehaft – richtig böse, richtig gut, Hexe die im Wald lebt, schöne Maid wird vergewaltigt u.v.m. – und m.E. hat sich Ken Follett auch zu sehr an den Gewalt- und Vergewaltigungszenen ausgelassen. Teilweise hat es mich an "Die Wanderhure" erinnert, welches für mich unter den von mir gelesenen Büchern das schlechteste je verlegte Buch ist.
Auch kam es mir häufig vor, als hätte Ken Follett schon für eine spätere Verfilmung geschrieben, aber da die 20 Jahre später immer noch nicht passiert ist, irre ich mich da wohl.
Die letzten Kapitel waren dann doch auch sehr vorhersehbar. Das Happy-End war, wenn auch konstruiert, so zu erwarten. Das Buch wäre wohl kein Mega-Seller geworden, wenn William und Waleran obsiegt hätten. Schade eigentlich Lachen
Einzig positive Überraschung war die Entwicklung von Jack. Nach dem ersten Kapitel hatte ich echt gedacht, dass er sich zum Dorftrottel entwickeln wird; hier hätte ich mir von ihm nur mehr Gegengewicht zur der übermäßigen Religiosität der meisten Figuren gewünscht – es war ja deutlich, dass er nicht gläubig ist. Schade, dass Ken Follett dem nicht mehr Raum gegeben hat.
Interessant, wenn auch manchmal zu ausführlich, fand ich den architektonischen Teil, wie Ken Follett Gotik umschrieben hat, ohne Gotik zu sagen, wie er Jack diese in Frankreich hat entdecken lassen. Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, hat sich diesbezüglich auch mein Wortschatz enorm erweitert Augenzwinkern
Trotz allem werde ich auch "World without end" lesen… vielleicht hat der Autor nach 20 Jahren ja ein paar unerwartete Joker aus dem Stift geschüttelt (ich hab das Buch schon hier liegen und hab gesehen, dass innen zwei Karten sind – die haben mir hier sehr gefehlt).
Ach ja, ich denke, geholfen hat mir auch die Leserunde bei den Büchereulen, ziemlich schnell die ganzen Namen auseinander zuhalten.
Auf der Schulnotenskala vergebe ich eine 2,5.
Hier und auch zu Beginn der Leserunde wurden einige historischen Fehler bemängelt, mich hat das aber (ausnahmsweise) gar nicht gestört. Das fällt für mich eindeutig unter die "dichterische Freiheit", da ich so oder so nichts was heute über das 12. Jahrhundert geschrieben wird für sehr realitätsnah halte. Ken Folletts Blick in diese Zeit ist für mich kein Tatsachenbericht, sondern Fiktion.
Die Figuren waren sämtlich eindimensional und klischeehaft – richtig böse, richtig gut, Hexe die im Wald lebt, schöne Maid wird vergewaltigt u.v.m. – und m.E. hat sich Ken Follett auch zu sehr an den Gewalt- und Vergewaltigungszenen ausgelassen. Teilweise hat es mich an "Die Wanderhure" erinnert, welches für mich unter den von mir gelesenen Büchern das schlechteste je verlegte Buch ist.
Auch kam es mir häufig vor, als hätte Ken Follett schon für eine spätere Verfilmung geschrieben, aber da die 20 Jahre später immer noch nicht passiert ist, irre ich mich da wohl.
Die letzten Kapitel waren dann doch auch sehr vorhersehbar. Das Happy-End war, wenn auch konstruiert, so zu erwarten. Das Buch wäre wohl kein Mega-Seller geworden, wenn William und Waleran obsiegt hätten. Schade eigentlich Lachen
Einzig positive Überraschung war die Entwicklung von Jack. Nach dem ersten Kapitel hatte ich echt gedacht, dass er sich zum Dorftrottel entwickeln wird; hier hätte ich mir von ihm nur mehr Gegengewicht zur der übermäßigen Religiosität der meisten Figuren gewünscht – es war ja deutlich, dass er nicht gläubig ist. Schade, dass Ken Follett dem nicht mehr Raum gegeben hat.
Interessant, wenn auch manchmal zu ausführlich, fand ich den architektonischen Teil, wie Ken Follett Gotik umschrieben hat, ohne Gotik zu sagen, wie er Jack diese in Frankreich hat entdecken lassen. Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, hat sich diesbezüglich auch mein Wortschatz enorm erweitert Augenzwinkern
Trotz allem werde ich auch "World without end" lesen… vielleicht hat der Autor nach 20 Jahren ja ein paar unerwartete Joker aus dem Stift geschüttelt (ich hab das Buch schon hier liegen und hab gesehen, dass innen zwei Karten sind – die haben mir hier sehr gefehlt).
Ach ja, ich denke, geholfen hat mir auch die Leserunde bei den Büchereulen, ziemlich schnell die ganzen Namen auseinander zuhalten.
Auf der Schulnotenskala vergebe ich eine 2,5.
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29
Oktober
2008
Zum Inhalt (Amazon):
Nach der kleinen Erzählsammlung Vorsicht, bissiger Gott ist Eine Vorhaut klagt an Shalom Auslanders große Abrechnung mit Gott.
Es sind Erinnerungen, die sich lesen wie ein verbotener Schlüsselroman - furchtlos böse, schockierend witzig und unglaublich unterhaltsam.
"Ich glaube an Gott. Das ist mein Problem."
Shalom Auslanders Jugend ist geprägt von einem schrecklichen Respekt vor Gott. Aufgewachsen"wie ein Kalb"in einem vollkommen abgeschotteten jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte er sich den göttlichen Gesetzen und Traditionen seines Vaters und der Rabbis unterzuordnen, seit er denken kann. Über allen und allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und der sein Leben zur Hölle auf Erden machte. Shalom Auslander erinnert sich, wie er jeden Tag dagegen ankämpfen musste, sich vor Gott zu rechtfertigen, und warum er bis heute Gottes Zorn fürchtet wie den Tod: In der Schule wurde ihm aufoktroyiert, was er essen durfte und was nicht - und in welcher Kombination. Dafür musste er eine siebzigseitige Liste mit Hunderten von verschiedenen Speisen auswendig lernen. Später wurde er beim Klauen von Jeans erwischt und dafür ins Exil nach Israel geschickt, wo er auf einer orthodoxen Schule durch intensives Studieren der Tora und des Talmud richtiges Benehmen erlernen sollte. Zurück im Sündenpfuhl Manhattan, kämpfte Shalom weiter mit Gott, brach immer wieder alle Regeln und geißelte sich selbst. Einmal legte er mit seiner Frau Orli über zwanzig Kilometer zu Fuß zurück, um die New York Rangers im Madison Square Garden spielen zu sehen - es war Schabbat und daher den beiden nicht gestattet, ein Taxi oder einen Bus zu besteigen. Die Rangers verloren. Um Gott zu bestrafen, aßen die beiden nach dem Spiel zwei fette Hot Dogs, mit viel Senf und extra unkoscher ...
Zum Autor: Aufgewachsen in Monsey, New York. Hat für The New Yorker, Esquire und The New York Times geschrieben. Auslander lebt derzeit in New York.
Mich hat eine kleine Rezi im SPIEGEL auf dieses Buch gebracht und ohne diesen Artikel hätte ich mir das Buch nie gekauft. Zu religiös, dann noch Biographie und dann noch der doofe Titel. Aber über den Titel sollte man hinweg sehen... Auslander erzählt von seiner Kindheit, seinem Erwachsenwerden (teilweise in Israel), seiner Ehe und der bevorstehenden Geburt seines Sohnes in einer zu bewundernden Offenheit und Frechheit, die mit Humor seine Zerrissenheit zeigt. Er schreibt flapsig (that is *so* God) und für einige Leser sicher auch beleidigend (Fuck You! schreibt auf auf einen Zettel, den er in die Klagemauer stopft)... aber seine Gewissensbisse und auch sein Handeln mit Gott sind einfach unterhaltsam beschrieben. Ein toller und detaillierter Einblick in jüdisch-amerikanische Familientradition und endlich mal jemand der Gott und Religion und Glaube humorvoll (und ja, auch respektlos) angeht. Volle Punktzahl von mir.
Nach der kleinen Erzählsammlung Vorsicht, bissiger Gott ist Eine Vorhaut klagt an Shalom Auslanders große Abrechnung mit Gott.
Es sind Erinnerungen, die sich lesen wie ein verbotener Schlüsselroman - furchtlos böse, schockierend witzig und unglaublich unterhaltsam.
"Ich glaube an Gott. Das ist mein Problem."
Shalom Auslanders Jugend ist geprägt von einem schrecklichen Respekt vor Gott. Aufgewachsen"wie ein Kalb"in einem vollkommen abgeschotteten jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte er sich den göttlichen Gesetzen und Traditionen seines Vaters und der Rabbis unterzuordnen, seit er denken kann. Über allen und allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und der sein Leben zur Hölle auf Erden machte. Shalom Auslander erinnert sich, wie er jeden Tag dagegen ankämpfen musste, sich vor Gott zu rechtfertigen, und warum er bis heute Gottes Zorn fürchtet wie den Tod: In der Schule wurde ihm aufoktroyiert, was er essen durfte und was nicht - und in welcher Kombination. Dafür musste er eine siebzigseitige Liste mit Hunderten von verschiedenen Speisen auswendig lernen. Später wurde er beim Klauen von Jeans erwischt und dafür ins Exil nach Israel geschickt, wo er auf einer orthodoxen Schule durch intensives Studieren der Tora und des Talmud richtiges Benehmen erlernen sollte. Zurück im Sündenpfuhl Manhattan, kämpfte Shalom weiter mit Gott, brach immer wieder alle Regeln und geißelte sich selbst. Einmal legte er mit seiner Frau Orli über zwanzig Kilometer zu Fuß zurück, um die New York Rangers im Madison Square Garden spielen zu sehen - es war Schabbat und daher den beiden nicht gestattet, ein Taxi oder einen Bus zu besteigen. Die Rangers verloren. Um Gott zu bestrafen, aßen die beiden nach dem Spiel zwei fette Hot Dogs, mit viel Senf und extra unkoscher ...
Zum Autor: Aufgewachsen in Monsey, New York. Hat für The New Yorker, Esquire und The New York Times geschrieben. Auslander lebt derzeit in New York.
Mich hat eine kleine Rezi im SPIEGEL auf dieses Buch gebracht und ohne diesen Artikel hätte ich mir das Buch nie gekauft. Zu religiös, dann noch Biographie und dann noch der doofe Titel. Aber über den Titel sollte man hinweg sehen... Auslander erzählt von seiner Kindheit, seinem Erwachsenwerden (teilweise in Israel), seiner Ehe und der bevorstehenden Geburt seines Sohnes in einer zu bewundernden Offenheit und Frechheit, die mit Humor seine Zerrissenheit zeigt. Er schreibt flapsig (that is *so* God) und für einige Leser sicher auch beleidigend (Fuck You! schreibt auf auf einen Zettel, den er in die Klagemauer stopft)... aber seine Gewissensbisse und auch sein Handeln mit Gott sind einfach unterhaltsam beschrieben. Ein toller und detaillierter Einblick in jüdisch-amerikanische Familientradition und endlich mal jemand der Gott und Religion und Glaube humorvoll (und ja, auch respektlos) angeht. Volle Punktzahl von mir.
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04
Oktober
2008
Ein kleiner Junge stiehlt ein Keilschrifttäfelchen aus dem Museum von Bagdad. Monate danach erschüttert eine brutale Mordserie Israel. Die Opfer sind allesamt Archäologen und Historiker - jene, die um die Geheimnisse der Vergangenheit wissen. Gibt es ein mörderisches Komplott, das zur Eskalation im Nahen Osten führen könnte? Washington schickt Starverhandlerin Maggie Costello nach Jerusalem. Von allen Seiten bedroht, jagt Maggie einer Spur nach, die zu uralten Schrifttafeln und zum letzten Willen Abrahams führt. Die Wahrheit kann Frieden bringen - oder Krieg auslösen...
Sam Bourne ist das Pseudonym für Jonathan Freedland (Jahrgang 1967). Der mehrfach ausgezeichnete Journalist ist seit 1997 Kolumnist beim Guardian in London und war für diese Zeitung auch Korrespondent in Washington. Seit fast zwanzig Jahren berichtet er über Nahost- Themen und im Jahr 2002 hatte er den Vorsitz eines vom Guardian gesponserten 3-Tage-Dialog zuwischen Israelis und Palästinensern. Die Teilnehmer dieses Treffens haben später im Jahr 2003 die Genfer Vereinbarung vermittelt. Das letzte Testament ist sein zweiter Roman. Sein erster Bestseller, »Die Gerechten«, erschien in 29 Sprachen. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in London.
(Erinnert nur mich das Pseudonym an Ludlums "Bourne Identität?).
Ich fand das Buch sehr spannend. Außerhalb der üblichen Nachrichten ist der Nahe Osten nicht so mein Hauptinteressengebiet, aber hier, eingebettet in einen Thriller und die Thematik von Friedensverhandlungen an sich war das alles sehr spannend verpackt.
Die Hauptfiguren, insbesondere Maggie Costello und Uri Guttmann, waren sympathisch geschrieben, menschlich, mit Fehlern, so dass ihr Handeln nie zu perfekt wurde. Für mich hat die Handlung am Ende dann auch eine überraschende Wendung genommen.
Am Anfang war ich etwas genervt von dem Second Life Aspekt. Das interessiert mich gar nicht und wenn ich nicht erst kürzlich einen Tatort und eine Folge von CSI:NY dazu gesehen hätte, hätte das echt Punktabzug gegeben. Aber im Nachhinein fand ich das eine recht fortschrittliche Idee und vielleicht ist es ja wirklich so, dass auch "da ganz oben" in der Politik die neuen Medien mehr genutzt werden als man denkt.
Sam Bourne ist das Pseudonym für Jonathan Freedland (Jahrgang 1967). Der mehrfach ausgezeichnete Journalist ist seit 1997 Kolumnist beim Guardian in London und war für diese Zeitung auch Korrespondent in Washington. Seit fast zwanzig Jahren berichtet er über Nahost- Themen und im Jahr 2002 hatte er den Vorsitz eines vom Guardian gesponserten 3-Tage-Dialog zuwischen Israelis und Palästinensern. Die Teilnehmer dieses Treffens haben später im Jahr 2003 die Genfer Vereinbarung vermittelt. Das letzte Testament ist sein zweiter Roman. Sein erster Bestseller, »Die Gerechten«, erschien in 29 Sprachen. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in London.
(Erinnert nur mich das Pseudonym an Ludlums "Bourne Identität?).
Ich fand das Buch sehr spannend. Außerhalb der üblichen Nachrichten ist der Nahe Osten nicht so mein Hauptinteressengebiet, aber hier, eingebettet in einen Thriller und die Thematik von Friedensverhandlungen an sich war das alles sehr spannend verpackt.
Die Hauptfiguren, insbesondere Maggie Costello und Uri Guttmann, waren sympathisch geschrieben, menschlich, mit Fehlern, so dass ihr Handeln nie zu perfekt wurde. Für mich hat die Handlung am Ende dann auch eine überraschende Wendung genommen.
Am Anfang war ich etwas genervt von dem Second Life Aspekt. Das interessiert mich gar nicht und wenn ich nicht erst kürzlich einen Tatort und eine Folge von CSI:NY dazu gesehen hätte, hätte das echt Punktabzug gegeben. Aber im Nachhinein fand ich das eine recht fortschrittliche Idee und vielleicht ist es ja wirklich so, dass auch "da ganz oben" in der Politik die neuen Medien mehr genutzt werden als man denkt.
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