28
Dezember
2008
Zum Inhalt: Welchen Lauf hätte die Geschichte nehmen können, wenn Lenin nach dem Ersten Weltkrieg nicht nach Russland zurückgekehrt wäre? In seinem neuen Roman erfindet der Schweizer Schriftsteller Christian Kracht einen alternativen Verlauf der Weltgeschichte.
Der Autor ist 42 Jahre alt und Schriftsteller aus der Schweiz.
Spätestens auf S. 46 wollte ich das Buch in die Ecke pfeffern: "Neben ihrer Achselhöhle war eine Steckdose in die Haut eingelassen, wie die Schnauze eines Schweins." Las sich wie eine schlechte Episode von Torchwood.
Ab S. 54, mit Beginn des vierten Kapitels wurde es dann etwas besser (mit den ersten drei Kapiteln wird man ohne Plan in die Handlung geschmissen), man hat etwas über den Ich-Erzähler erfahren, über die Hintergründe der SSR (Schweizer Sowjetrepublik), über die Verbindung der Schweiz mit Afrika, so dass ich das Buch dann zumindest zu Ende gelesen habe. Es waren ja gottseidank nur 149 Seiten.
Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, vielleicht eine Mischung aus Stephen Frys Geschichte machen und Jasper Ffordes Thursday Next Reihe. Vielleicht etwas unterhaltsames, oder zumindest etwas Bewegendes. Dieses Buch war nichts davon und warum die FAZ schreibt "Endlich: Der große Schweiz-Roman!" ist mir ein Rätsel.
Mir kam es teilweise vor, als seien wir noch in der Recherchephase des Autors und der Verlag hätte aus Versehen alle seine Post-its mit seinen Notizen zu früh zu einem Buch zusammengetackert.
Es gibt einige tolle Ideen, die Welt ganz anders zu betrachten, sich ganz anders entwickeln zu lassen nach dem 1. Weltkrieg (z.B. gibt es keine Bücher mehr, nur noch gesprochene Sprache), die aber leider überhaupt nicht entwickelt wurden. So richtig funktionierte für mich auch nicht die Vermischung von allemöglichem, Historie mit Fantasy-Elementen (ich sag' nur Zwerge), es gibt Sci-Fi-Elemente (s. o.g. Frau mit der Steckdose), es hat was apokalyptisches, wenn der Held durch die eiskalte, verschneite Schweiz reitet, es hat was gesellschaftskritisches, wenn man das Leben in der Felsburg Reduit betrachtet (und auch irgendwas von Herr der Ringe und der Schlacht in Helm's Deep), aber es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Keine Idee wird vollständig entwickelt. Und erklärt. Alleine für die unerklärten Wörter hätte es noch gut und gerne fünf Seiten Anhang gebraucht, ob es Schweizerdeutsch ist oder Erfindungen des Autors… ich hatte dann keine Lust mehr, dass zu recherchieren.
Wikipedia klärt mich über den Titel des Buches auf, eine Zeile aus dem Lied Danny-Boy: 'Tis I'll be here in sunshine or in shadow.
Fazit: Ich war enttäuscht, hatte mir sehr viel mehr erwartet, auf der Schulnotenskala eine 4,5 für teilweise sehr schöne klare Sprache, die nur leider keine Geschichte erzählt.
Der Autor ist 42 Jahre alt und Schriftsteller aus der Schweiz.
Spätestens auf S. 46 wollte ich das Buch in die Ecke pfeffern: "Neben ihrer Achselhöhle war eine Steckdose in die Haut eingelassen, wie die Schnauze eines Schweins." Las sich wie eine schlechte Episode von Torchwood.
Ab S. 54, mit Beginn des vierten Kapitels wurde es dann etwas besser (mit den ersten drei Kapiteln wird man ohne Plan in die Handlung geschmissen), man hat etwas über den Ich-Erzähler erfahren, über die Hintergründe der SSR (Schweizer Sowjetrepublik), über die Verbindung der Schweiz mit Afrika, so dass ich das Buch dann zumindest zu Ende gelesen habe. Es waren ja gottseidank nur 149 Seiten.
Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, vielleicht eine Mischung aus Stephen Frys Geschichte machen und Jasper Ffordes Thursday Next Reihe. Vielleicht etwas unterhaltsames, oder zumindest etwas Bewegendes. Dieses Buch war nichts davon und warum die FAZ schreibt "Endlich: Der große Schweiz-Roman!" ist mir ein Rätsel.
Mir kam es teilweise vor, als seien wir noch in der Recherchephase des Autors und der Verlag hätte aus Versehen alle seine Post-its mit seinen Notizen zu früh zu einem Buch zusammengetackert.
Es gibt einige tolle Ideen, die Welt ganz anders zu betrachten, sich ganz anders entwickeln zu lassen nach dem 1. Weltkrieg (z.B. gibt es keine Bücher mehr, nur noch gesprochene Sprache), die aber leider überhaupt nicht entwickelt wurden. So richtig funktionierte für mich auch nicht die Vermischung von allemöglichem, Historie mit Fantasy-Elementen (ich sag' nur Zwerge), es gibt Sci-Fi-Elemente (s. o.g. Frau mit der Steckdose), es hat was apokalyptisches, wenn der Held durch die eiskalte, verschneite Schweiz reitet, es hat was gesellschaftskritisches, wenn man das Leben in der Felsburg Reduit betrachtet (und auch irgendwas von Herr der Ringe und der Schlacht in Helm's Deep), aber es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Keine Idee wird vollständig entwickelt. Und erklärt. Alleine für die unerklärten Wörter hätte es noch gut und gerne fünf Seiten Anhang gebraucht, ob es Schweizerdeutsch ist oder Erfindungen des Autors… ich hatte dann keine Lust mehr, dass zu recherchieren.
Wikipedia klärt mich über den Titel des Buches auf, eine Zeile aus dem Lied Danny-Boy: 'Tis I'll be here in sunshine or in shadow.
Fazit: Ich war enttäuscht, hatte mir sehr viel mehr erwartet, auf der Schulnotenskala eine 4,5 für teilweise sehr schöne klare Sprache, die nur leider keine Geschichte erzählt.
Topic: Rezi | fliegengewicht | 0 Kommentare
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