fliegengewicht
Bücher - Rezensionen etc.
28
Dezember
2008
Zu Beginn hatte ich natürlich Große Erwartungen und das Warten auf dieses Buch hatte was vom Warten auf das Christkind als Vierjährige: Die Zeit bis zur Bescherung verging erst gar nicht und dann war sie viel zu schnell wieder vorbei.
Wenn ich jetzt wieder so lange auf ein neues Buch von CRZ warten muss...also, dass halte ich nicht aus Grinsen

Ich bin zweigespalten, was dieses Buch angeht. Es kommt natürlich nicht an den Vorgänger ran. Vielleicht, weil "Schatten des Windes" so eine Überraschung war und der Leser eben nur Kleine Erwartungen hatte...ich weiß es nicht.

An "Das Spiel des Engels" mochte ich:
- dass es wieder in Barcelona spielt (nicht auszudenken, CRZ hätte seine neue Heimat L.A. zum Schauplatz des Romans gemacht Yikes )
- dass es im *alten* Barcelona spielt und CRZ uns wieder detailliert durch die Stadt führt
- mir war nie langweilig beim Lesen
- dass die Semperes wieder mit dabei waren (wenn auch eine andere Generation).

Was ich nicht mochte:
- mir hat sich lange, vielleicht sogar bis zum Schluss, nicht erschlossen, um was es überhaupt geht
- viele Figuren blieben blass und/oder die Motivation ihres Handelns unklar, z.B. Cristina; mir ist sie nicht ans Herz gewachsen und ich konnte die Liebe Davids zu ihr nicht nachvollziehen
- das große Sterben und niemand wurde am Ende wirklich glücklich (außer vielleicht - für eine kurze Zeit - Isabella mit Sempere jr.).
- das Ende: Ich hatte dann doch das ganze Buch über gehofft, dass sich die Geschichte des Engels und dieser "Kram mit den Untoten" sinnvoll und einleuchtend auflöst und erklärt und die ganze Geschichte einen Sinn macht.

Fazit für mich: CRZ kann toll schreiben, keine Frage. Aber die Geschichte an sich hätte etwas mehr gebraucht, mehr Sinn, mehr Auflösung...ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich das Buch total unbefriedigt zugeklappt habe, als ich die letzte Seite gelesen hatte.